Viele Frauen haben den Wunsch nach größeren Brüsten, als die Natur sie ihnen gegeben hat. Nicht umsonst zählen Brustvergrößerungen noch immer zu den beliebtesten schönheitschirurgischen Eingriffen. Seit jedoch der Skandal um minderwertige Brustimplantate aufflog, herrscht große Skepsis – insbesondere gegenüber Silikonkissen, die in die Brust eingepflanzt werden. Wer garantiert schon, dass sie wirklich hochwertiges Material und kein billiges Industriesilikon enthalten? Immerhin können sie reißen …

Nur eine halbe Körbchengröße pro Eingriff

Umso größer war da kürzlich der Jubel, als die Beschreibung einer Alternative den Weg in die Öffentlichkeit fand: eine Brustvergrößerung mit Eigenfett. Sie solle, so hieß es, deutlich schonender sein als eine Vergrößerung mit Silikonimplantaten. Den Haken benannte dann die Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Mit Eigenfett lässt sich pro Eingriff maximal eine Vergrößerung um eine halbe Körbchengröße erzielen, also um etwa ein bis anderthalb Zentimeter pro Brust.

Soll es mehr sein, muss ein nächster Eingriff folgen. Gegebenenfalls dann noch einer. Und noch einer. Und noch einer. Dazwischen müssen allerdings jeweils drei Monate vergehen, damit sich die geschwollene Brust wieder erholen kann und gespritzten Fettzellen, die nicht anwachsen, vom Körper abgebaut werden können.

Lästige Fettzellen neu verwenden

Aber woher kommt das Eigenfett überhaupt? Es wird durch Absaugen aus Fettdepots zum Beispiel an Hüften oder Oberschenkeln gewonnen. Das aber sehr, sehr vorsichtig, denn die Fettzellen sollten vollkommen intakt sein, wenn sie der Operateur fächerförmig in das Unterhautgewebe der Brust und unter den Brustmuskel spritzt. Ist das Gewebe dort gut durchblutet, kann sich das Fett an andere Zellen anlagern und, wie es im Medizinerdeutsch heißt, „einheilen“.

Überschüssige Fettzellen nutzen

Überschüssige Fettzellen sinnvoll nutzen

Ob das in der Brust zu Verdichtungen oder Verkalkungen führt, die später bei der Brustkrebsdiagnostik stören, ist noch ebenso ungeklärt, wie die Frage nach einer möglichen Förderung des Tumorwachstums durch die Verpflanzung von Stammzellen wie sie im Fettgewebe enthalten sind.

Sicher ist aber, dass die gerade an Hüfte, Oberschenkel oder Po noch so lästigen Fettzellen, die sich jeder Diät hartnäckig widersetzten, in der Brust nun einen guten Zweck erfüllen. Zwar nur zu circa 60 bis 70 Prozent – der Rest der Fettzellen kann sich nicht anlagern und wird vom Körper wieder abgebaut. Die übrigen 30 bis 40 Prozent halten sich dafür genauso hartnäckig wie sie es dort taten, wo sie es nicht sollten.

Nebenwirkungen der Eigenfettbehandlung

Zwei Sorgen gibt es in Bezug auf das Verfahren der Brustvergrößerung mit Eigenfett jedoch. Es können dadurch Verdichtungen oder Verkalkungen in der Brust entstehen, die eventuell bei der Brustkrebsdiagnostik stören. «Ein kompetenter Radiologe kann das aber gut von brustkrebsverdächtigen Veränderungen unterscheiden», meint von Saldern. Ausreichende Studien gibt es bislang aber nicht.

Wer trotzdem hochwertigen Brustimplantaten mehr vertraut, der sollte sich an die Schönheitschirurgin Dr. Sonja Meier wenden. Sie ist Spezialistin auf dem Gebiet der Brustoperationen mit langjähriger Erfahrung. Jedes Jahr führt Dr. Sonja Meier unzählige Brustvergrößerungen in ihrer Praxis im Kanton Zürich durch. Mehr zum Ablauf erfahren Sie übrigens hier.

Mehr Tumore durch diese Methode?

In Tierversuchen habe sich gezeigt, dass Stammzellen, welche auch in dem verpflanzten Fettgewebe vorhanden sind, das Wachstum von Tumoren fördern können. Ob das auch beim Menschen so ist, ist bislang noch nicht geklärt. «Es gibt nur eine Langzeitstudie, die über zehn Jahre lief, aber mit etwa 150 Patienten relativ klein ist», erläutert der DGÄPC-Präsident.

Die Daten wurden in einer italienischen Klinik erhoben, die sehr viele Brustrekonstruktionen nach Brustkrebsbehandlungen macht. Dabei zeigte sich von Saldern zufolge, dass nicht mehr neue Tumore auftraten, als zu erwarten war. Er hält das Verfahren daher in dieser Hinsicht für relativ unbedenklich.